BIO kann man lernen – Ausbildungen in Österreich

Wer sich wie GRAZ ISST GRAZ Bio mit Haut und Haaren, aber auch beim Produzieren und Einkaufen, verschrieben hat, fragt sich unweigerlich: Wie ist Bio erlernbar? Wie können Betriebe umsatteln auf Biobetrieb, wie sind Zertifikate zu erwerben, die für Regionalität stehen? Wie werden Ackerflächen mit Mineralien versorgt, ohne auf Chemie zurückzugreifen? Wir haben uns die unzähligen Möglichkeiten angeschaut, die Aus- und Fortbildungen mit dem Fokus Biolandbau umfassen.

StudierenUnd das sind in Österreich erfreulich viele! Sie richten sich zum einen an Betriebe, die auf Bio umstellen wollen, aber auch an Biobäurinnen und -bauern, die schon einiges an Erfahrung gesammelt haben. Es handelt sich dabei um Kurse mit wenigen Einheiten, die sich mit Fragen befassen, die ins Detail gehen, etwa: Wie kann man Unkraut vom Acker fernhalten? Oder aber um umfangreiche Aus-, Fort- und Weiterbildungen, die Bio als Lebensphilosophie ins Zentrum rücken.

Bio als mehrjährige Lehrgänge

96 Fachschulen für Land-, Forst- bzw. Ernährungswirtschaft, deren Ausbildung drei bis vier Jahre dauert, gibt es in Österreich. Ihre Ausbildungsinhalte fallen in den Verantwortungsbereich der einzelnen Länder, daher sind sie sehr unterschiedlich gehalten. In Oberösterreich gibt es seit 2002 die erste Bioschule des Landes, aber auch Abendschulen und eine Bioakademie. Wien bietet das Masterstudium Organic Agricultural Systems and Agroecology an der Universität für Bodenkultur an. Es zählt zu den umfangreichsten Ausbildungen ganz im Zeichen von Bio.

Kurse und kürzere Lehrgänge

Klassische Umstellungskurse auf biologische Erzeugung und Regionalität, Demeter-Grundkurse und Lehrgänge vom Verband Bio Austria erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Das Bewusstsein für die Art der Herstellung spiegelt sich aber auch an Schulen wider, die auf frühzeitige Bildungsarbeit setzen. Auch das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) kann mit einem beachtlichen Angebot punkten. Für jene, die nicht neuerlich die Schulbank drücken, sich aber weiterbilden wollen, gibt es einige Fachzeitschriften, die auch kostenlos erhältlich sind, etwa die Broschüre Bio-Landwirt.

Workshops von Privatanbieterinnen und -anbietern gibt es fast wie Sand am Meer. Sie drehen sich um Natur und Umwelt, Nachhaltigkeit und Wiederverwertbarkeit, Mülltrennung und -vermeidung oder um Tisch, Tafel, Natur, Kinder und essbare Blumen – wie jene Workshops vom Hügel.

Spezifische Angebote: Bio Austria

Bio Austria bietet Mitgliedern zahlreiche Seminare, Fachtagungen, Praktikumslehrgänge und länderübergreifende Tagungen, die je nach Bundesland variieren. Auch 2017 kann sich das Angebot mehr als sehen lassen!

Bildungsangebote rund um die sogenannten Bio Austria Bauerntage, Gemüsetage und die Obstbautagung rücken die Professionalisierung der Bioproduktion, das Umstellen auf zukunftsträchtige Erzeugungsformen und Nachhaltigkeit sowie den Erfahrungsaustausch mit Bioerzeugenden anderer Bundesländer in den Mittelpunkt. Lehrgänge zum Bodenpraktiker, Geflügel-, Naturschutz-, Weide- oder Ziegenpraktiker orientieren sich besonders eng an der gesunden und nachhaltigen Mensch-Natur-Tierbeziehung, sie befassen sich mit Fragen rund um Herdenmanagement, Fütterung, Tiergesundheit, aber auch Wirtschaftlichkeit, Effizienz, Marktanforderungen und -besonderheiten. Der Lehrgang Low-Input in der Milchviehhaltung lässt erfahrene Expertinnen und Experten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz zu Wort kommen, die theoretisches und praktisches Wissen rund um Betriebe und deren Anforderungen vermitteln und so für ein Gelingen des Low-Input-Prinzips sorgen sollen.

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Vitalakademie Graz

Ein besonderes Angebot in Graz startet im April 2017 und dauert bis in den November. Jene, die abschließen, dürfen sich Dipl. Kräuterpädagogin bzw. Dipl. Kräuterpädagoge nennen. Die Ausbildungsziele und Tätigkeitsfelder umfassen Theorie- und Praxiswissen, methodisches Know-how und fachgerechtes Zubereitungswissen zum Thema Wildkräuter, -gemüse und -früchte. Neben der speziellen Wertschätzung der Natur ist das erklärte Ziel dieses Lehrgangs, heimische Pflanzen und Kräuter kennenzulernen, während der gesamten Vegetationsphasen bestimmen und anwendungsorientiert weitergeben zu können.

Zum Angebot der Vitalakademie Graz

HolunderWer sich gerne für eine kurze Zeit mit Kräutern und ihren Besonderheiten befasst, der ist jederzeit herzlich bei den Kräuterwanderungen und Gartenführungen des Grazer Biologen Michael Flechl. willkommen. Sie werden auch 2017 wiederholt Regionalität und biologische Erzeugung in den Mittelpunkt rücken.

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Demeter-Zertifizierung

Bäuerinnen und Bauern, die auf Demeter umstellen wollen, müssen schnell sein, denn die Warteliste ist lang. Der nächste Kurs beginnt bereits am 20. Februar, es gibt allerdings immer auch Herbsttermine der viertägigen Weiterbildung. Was bedeutet eine solche Umstellung?

18 Länder sind Mitglieder beim einzigen Bioverband, der ein weltweites Netzwerk von Organisationen aufgebaut hat. Landwirtinnen und -wirte, Imkerinnen und Imker, die nach Demeter International zertifiziert sind, produzieren und verarbeiten nach einer langen Liste an Richtlinien, die Saatgut, Erzeugung, Verarbeitung, Kennzeichnung, Lagerung, Bienen-, Bier- und Fischbesonderheiten umfassen.

Der Lehrgang richtet sich aber auch an Konsumentinnen und Konsumenten, die sich für biodynamische Landwirtschaft interessieren. Themen wie Anthroposophie, Kosmos, Jahresrhythmen, Hoforganismus, Kompost, Spritzpräparate und Organisatorisches werden in Einzelvorträgen von Vorstandsmitgliedern und externen Fachkundigen aus dem Metier empfängerorientiert aufbereitet.

Informationen zu Demeter und Weiterbildungen

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