Gegen Wissenslücken sind Kräuter gewachsen

Habt ihr schon mal von Malabarspinat, Scheibengurke, Tomatillo und Knollenziest gehört? Und wisst ihr, wo ihr in Graz Gemeinschaftsgärten nützen könnt und warum das Fensterbrett genügt, um eine reichhaltige Kräutervariation selbst gedeihen zu lassen? Dann zählt ihr garantiert zu den Grazerinnen und Grazern, die einen grünen Daumen besitzen. Für alle, die gerne etwas mehr über die Botanik am Fensterbrett und im Kochtopf wissen wollen, zahlt sich Weiterlesen in jedem Fall aus. Denn wir von GRAZ ISST GRAZ haben wahrlich grüne Fakten für euch zusammengetragen!

Wenn die Vorboten des Frühlings den tageweisen Wetterkapriolen trotzen, dann wird es für die Ernährungsbewussten unter uns auch Zeit, biologisch und regional in den eigenen vier Wänden bzw. ein wenig außerhalb davon zu leben. Sehr unkompliziert selbst anzubauen sind Rosmarin, Thymian, Basilikum, Salbei und andere Kräuter, denn sie leben nur von Luft und (unserer) Liebe. Ein sonniges Fensterbrett genügt, et voilà: Ihr erntet Bio Tag für Tag!

BasilikumAber es gibt auch anspruchslosere Kräuter und Gewürze, die indoor wachsen und mit weniger Sonnenlicht auskommen bzw. direkte Einstrahlung gar nicht so gerne haben. Zu ihnen zählen Bohne, Petersilie, Liebstöckel, Schnittlauch und Basilikum. Fenster, die östlich oder nördlich ausgerichtet sind oder sogar kein direktes Licht bekommen, sind für diese anspruchslosen Gewächse kein Problem. Manche gedeihen sogar im Halbschatten oder Schatten. Hier gilt die Faustregel: Pflanzen mit weichen, frischgrünen Blättern benötigen einen kühleren Standort und einen frisch-feuchten Lebensbereich. Damit immer für pflanzlichen Nachwuchs gesorgt ist, empfiehlt sich bei Einjährigen wie Dill oder Basilikum 14-tägliches Nachsäen, dann versiegt die grüne Quelle nie. Petersilie und Schnittlauch pflanzt man am besten in großer Menge, um häufigen Bedarf abzudecken. Speziell mediterrane Kräuter erfreuen sich in Töpfen oder Kästen bester Blüte. Züchtet man Basilikum oder Petersilie allerdings immer nur am Innenfenster, sollte man schnell ernten, denn langfristig verlieren sie dort viel an Aroma und bilden lange, hellere und weichere Triebe aus.

Wer sich den Frühling aufs Fensterbrett holt, der hat aber neben dem geschmacklichen Treffer ins Grüne noch einen weiteren Heimvorteil zu verzeichnen: Für die Dekoration und die Schädlingsbekämpfung ist gleich mitgesorgt. Basilikum etwa gibt es in verschiedenen Sorten, die in grünem, rotem oder weißbuntem Laub blühen. Thymian ist ebenso vielseitig: Zitronenthymian, Lavendelthymian oder Kümmelthymian blühen dunkelgrün, weißbunt oder gelbbunt. Und da Kräuter ätherische Öle enthalten, sind sie schädlingsabweisend und die beste Gesellschaft für Blühpflanzen oder Gemüse.

Wir plaudern aus dem Kräuterkistchen

Wer sich seine Pflänzchen frisch aus dem Bioladen oder dem Großhandel holt, der tut gut daran, sie direkt nach dem Kauf zu teilen. Ein Kräutertopf kann dabei auf bis zu vier Töpfe aufgeteilt werden, die das Wasser gut speichern können sollten. Obwohl Kräuter sehr genügsam sind, empfiehlt sich die Verwendung hochwertiger Erde, denn die Nährstoffversorgung ist speziell in der Anwachsphase wichtig. Das tägliche Minimum liegt bei einmaligem Gießen morgens, bei feuchter Witterung muss die Kräutergärtnerin bzw. der Kräutergärtner allerdings sparsam sein, damit keine Fäulnis droht. War der Tag sehr heiß, wird abends nochmal gegossen. Überwintern gelingt dann reibungslos, wenn die Pflanzen im Treppenhaus auf Winterfrische (nicht in Winterstarre!) gehen. Die Regel der Eisheiligen lautet: Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie erst vorüber ist.

Wer wie wir von GRAZ ISST GRAZ nicht nur Kräuter und Gewürze, sondern auch Grünes, Blühendes und Biologisches generell liebt, stürzt sich am besten ins Getümmel bei den vielen Unternehmen auf unserem City Guide, speziell auf Märkten, wo jetzt Hyazinthen, Narzissen, Tulpen und andere hübsche Pflanzenschönheiten feilgeboten werden. Stellt man diese nachts etwas kühler, blühen sie besonders lange, denn anhaltend warme Temperaturen sorgen für enttäuschend schnelles Verblühen und Verwelken.

PalmkätzchenFür einen kleinen Frühlingsgarten empfehlen wir: frische Erde auffüllen, darin eine Zwiebelblume eingraben, mit mehreren Primeln und einem Ast von Haselnuss und Palmkätzchen umrahmen, die Erde mit Moos abdecken. Auch der perfekte Osterschmuck ist garantiert biologisch und regional gewachsen und kann beispielsweise am Kaiser-Josef-Markt in Form von Palmkätzchen, Kränzen, Zweigen und Frühblühern erworben werden.

Habt ihr Lust auf die bunte Vielfalt und den Geschmack des Frühlings bekommen? Blumen, Blumenzwiebeln und Gebinde gibt es auch bei Margrit de Colle, frisches Chutney, Sirup, Marmelade und getrocknete Kräuter gibt es frisch und saisonal bei Julia Jeschek-Zöhrers Wilden Genüssen.

Wir von GRAZ ISST GRAZ legen unseren pflanzenaffinen Leserinnen und Lesern speziell den Jungpflanzenmarkt Arche Noah ans Herz. Er wird am 23. und 24. April 2016 wieder viele Grünliebhaberinnen und -liebhaber und sicher auch viele botanische Grünschnäbel anlocken, denn er findet unentgeltlich in der Schubertstraße 59 beim Botanischen Garten der Karl-Franzens-Universität statt. Von 9 Uhr 30 bis 16 Uhr sind dort an beiden Tagen Pflanzenbesonderheiten und Jungsprösslinge zu bewundern und zu erwerben.

Raritäten wie die Paprikasorte Sweet Chocolate, die Tomatensorte Gelbe Dattelwein, die Melanzanisorte Bernarys Blaukönigin oder seltene Kartoffelsorten sind vielleicht eure vielversprechende Basis, um ein vielfältiges Gemüseparadies im Garten, am Balkon oder schlicht am Fensterbrett zu schaffen. Die Vielfalt von 70 verschiedenen Paprika-, Tomaten-, Salat-, Kohl- und Kürbissorten ist schier unerschöpflich und macht die Auswahl schwer. Wer Exoten unter dem Gemüse aus aller Welt bevorzugt, der ist mit Malabarspinat, Scheibengurke, Tomatillo und Knollenziest bestens bedient. Bio wird hier schon von Anfang an gelebt, denn das gesamte Jungpflanzensortiment sowie das Saatgut stammen aus kontrolliert biologischer Erzeugung. Wer Tipps und Informationen zu Pflege, Anbau oder Saatgut bekommen will, der holt sich diese am besten direkt vor Ort im Rahmen fachkundiger, individueller Beratung.

Für all jene, die ihren botanischen – und damit kulinarischen – Wirkungskreis auch gerne außer Haus verlagern, hat sich unsere Heimatstadt etwas Besonderes einfallen lassen, das im wahrsten Sinne Fuß fasst bzw. sich als beliebtes Kulturgut immer mehr verankert und richtige Blüten treibt: Urban Gardening! Die Gemeinschaftsgärten werden von einer Gruppe von Menschen gehegt und gepflegt, die gemeinsam entwickeln, gärtnern und somit auch einen Stadtteil aktiv mitgestalten. Nicht zu vergessen: die kommunikative Komponente! Der Garten für Gartenlose ist auch die botanisch-gesellschaftliche Drehscheibe der Stadt – eine Saat, die aufgeht.

Urban GardeningGraz hatte 2015 bereits 16 dieser Wohlfühloasen vorzuweisen, weitere sind geplant. Die Anfrage ist so groß, dass Christopher Fröch vom Sozialmedizinischen Zentrum Liebenau (SMZ) bereits von einer Warteliste für Interessierte berichtet. Gegartelt wird beispielsweise im Gemeinschaftsgarten Schönau am Mühlgang, in Eggenberg und Jakomini. Im Innenstadtbezirk wurden zwölf Hochbeete von Anrainerinnen und Anrainern in Zusammenarbeit mit der städtischen Immobilientochter GBG gebaut. Unterstützt werden die Hobbygärtnerinnen und -gärtner von den Stadtteilarbeiterinnen und -arbeitern vom SMZ, die sich bereits 2010 für den Gemeinschaftsgarten Grünanger stark gemacht haben. Die Bemühungen stießen auf fruchtbaren Boden. Tomaten, Salat und Co stehen hier nun in vollem Saft.

Auch hinter der FH-Mensa in Eggenberg steht alles im Zeichen des grünen Daumens: Zehn Einheiten mit jeweils zwei Hochbeeten und einer Sitzgelegenheit werden größtenteils von den Studierenden im Rahmen ihrer Ausbildung bepflanzt, aber auch von Hobbygärtnerinnen und -gärtnern. Die Finanzierung sei allerdings fraglich, so Petra Lex vom Stadtteilbüro EggenLend zum Projekt. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Projekt kein Einjährling bleibt! Die Umweltstadträtin Lisa Rücker hat für Gemeinschaftsgärten eine Basisförderung eingeführt, denn Urban Gardening ist auf jeden Fall förderungswert. Es ist immer die richtige Saison, um den grünen Daumen an sich zu entdecken, davon sind wir von GRAZ ISST GRAZ überzeugt!

Mehr zu den Gemeinschaftsgärten, ihren Standorten und der Basisförderung findet ihr bei Gartenpolylog und beim Grazer Umweltamt.

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