Ran an die Kochlöffel!

KochlöffelAuf den im wahrsten Sinne des Wortes befruchtenden Trend Urban Gardening haben wir von GRAZ ISST GRAZ bereits aufmerksam gemacht. Wer als freizeitgartelndes Mitglied allerdings glaubt, das sei der neueste städtische Trend, der nimmt die rasante Entwicklung zu wenig wahr beziehungsweise den Mund zu wenig voll. Denn um Letzteres geht es: den Mund voll zu bekommen.

Viele Menschen, denen die Vermeidung von Lebensmittelabfällen am grünen Herzen liegt, die gerne neue Esskulturen kennenlernen oder ihr Bewusstsein für gutes, gesundes Essen erweitern wollen, finden sich regelmäßig an den reich gedeckten Tafeln der Grazer Open-Kitchen-Formate ein, um gemeinsam umweltbewusst, ökonomisch und im besten Fall biologisch und regional zu schmausen. Denn der kulinarische Trend geht dahin, gemeinsam den Kochlöffel zu schwingen.

Hobbyköchinnen und -köche, Genießende und Feinspitze tauschen in Open Kitchens oder Koch-Communities Ideen und Rezepte aus, kochen gemeinsam und teilen die Kosten auf. Dass viele Köchinnen und Köche oftmals sicher nicht den Brei verderben, sondern ganz wunderbare Gaumenfreuden zaubern, beweisen mehrere Institutionen in Graz immer wieder aufs Neue.

Die Forumküche im Forum Stadtpark ist eine jener kulinarisch-gesellschaftlichen Genussstätten: Jeden ersten Donnerstag im Monat werden hier Köstlichkeiten aufgetischt. Kollektives Kochen und Verzehren stehen regelmäßig auf der Speisekarte! Ein freiwilliger Unkostenbeitrag sichert, dass die Lebensmittelquelle nicht versiegt. Kochlöffelführend sind engagierte menschliche Geschmacksverstärkerinnen und -verstärker, denen niemals Wurst ist, was auf dem Teller landet – hier ist alles vegan oder vegetarisch und mit Sicherheit schmackhaft.

Der nächste Termin der Forumküche: forumstadtpark.at

Wo der Krisenherd kocht

Warme Mahlzeiten können sich nicht alle Menschen leisten. Speziell für jene, deren Geldbeutel oft leicht ist, gibt es jeden Donnerstag im Krisenherd im Spektral leistbares, gesundes Essen. Dass alle satt werden, ist hier oberstes Prinzip, Geld ist Nebensache.

Damit diese Tischrechnung aufgehen kann, wird auch auf weggeworfene Lebensmittel zurückgegriffen, deren Qualität weiterhin top(f) geeignet ist, um in den leeren Magen zu wandern. Was auf dem Krisenherd köchelt, hat durchwegs ein köstlich verdient!

Mitkochen können alle, die Freude am Kochen, Backen, Gemüseschneiden oder an Ähnlichem mitbringen. Als gratis Zugabe – besser: als Sahnehäubchen auf dem Gesellschaftsküchlein – lernt man neue Leute kennen, knüpft Kulinarikkontakte und öffnet seinen Horizont für neue Geschmacksrichtungen. Denn bekanntlich sind Geschmäcker ja verschieden.

Mehr über den Krisenherd: spektral.at

In den Topf statt in den Müll

Jeden letzten Samstag in den Monaten ab März gibt es im Open Space die Open Vokü. In Kooperation mit Foodsharing Graz werden Lebensmittel gerettet, um hungrigen Menschen mit beschränkten finanziellen Möglichkeiten oder ohne Geld ein gutes Essen zu bieten.

Lebensmittel, die für den Müll bestimmt waren, eignen sich hervorragend für die Zubereitung von veganen oder vegetarischen Menüs – diesen Beweis tritt das Team der Open Vokü immer wieder gerne an. Dabei ist man offen für Mitkochende und dankbar für die Hilfe beim Retten der Lebensmittel.

Mehr über die Open Vokü: openspace.co.at

Kochen

Weltreise am Teller

Sich kulturelle Vielfalt auf den Teller zu holen, gelingt neuerdings dank einem Konzept von DiverCity.at – Eintauchen in die kulturelle Vielfalt ist das Motto der geschmackvollen Verschmelzung. Wer seinen Gaumen argentinisch, bulgarisch, vietnamesisch, spanisch, indonesisch, ägyptisch, russisch oder amerikanisch verwöhnen lassen will, hat nun abseits von Restaurants die Möglichkeit, sich von Menschen mit Migrationshintergrund bekochen zu lassen. Derzeit bietet die Plattform eine Vernetzung von 20 Gastgeberinnen und Gastgebern mit ihren Gästen an. „DiverCity ist ein Marktplatz interkultureller Erlebnisse, auf dem Menschen mit Migrationshintergrund zum Kochen, Essen und Feiern einladen“, verrät der Gründer und Initiator der Plattform, Wolfgang Bergthaler. Er liebäugelt auch mit einer Expansion nach Wien, denn DiverCity erfreut sich großer Beliebtheit.

Die Buchung der Bekochenden ist übersichtlich und unkompliziert online möglich. Preise, maximale Anzahl der Gäste und Fotos der Gerichte sind sofort verfügbar. Was es braucht, um den fremden Gaumenfreuden zu frönen? Interesse an geschmacklich Neuem, an fremden Kulturen und neuen Bekannten, dann sind den schmackhaften Gesellschaftsevents Küchentür und -tor geöffnet! Idealerweise folgt auf die Einladung in den lukullischen Exkurs eine Gegeneinladung – dann ist der Service für den Gaumen sogar kostenlos zu nützen.

Mehr unter: DiverCity.at

Wer gerne Frau oder Herr über Töpfe und Pfannen ist, sich danach aber um den Abwasch und das Aufräumen nicht kümmern will, der ist bei Open Kitchen bestens aufgehoben. Hier kann man sein eigenes Süppchen in fremder Küche kochen. Man brutzelt, brät, bäckt und gart selbst in der gemieteten Küche, und während man sich den Wanst vollschlägt und am nächsten Tag noch mit Verdauen beschäftigt ist, sind die Aufräumarbeiten ebenso gegessen – sie sind im Angebot inkludiert. Man muss schließlich nicht überall seinen Senf dazugeben. Wer seine Freundinnen und Freunde in der Open Kitchen in der Dreihackengasse 1–3 gerne bekochen und verwöhnen will, meldet sich unter 0316 76 40 78, von Montag bis Freitag, 9 bis 13 Uhr.

Ein Blick hinter die Kulissen unserer heimischen Kulinarikangebote macht rasch deutlich: Wir heben den Blick eindeutig über den Tellerrand! Weil die Angebote Appetit auf mehr machen, rinnt uns schon jetzt angesichts der Vielfalt das Wasser im Mund zusammen – nach dem Motto: Den Kochlöffel abzugeben, das lassen wir uns einreden! 😉

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