Superfood – die Liste der regionalen Energielieferanten wird länger

GRAZ ISST GRAZ hat sich im letzten Artikel dem Superfood gewidmet und euch eine beachtliche Reihe der genialen Naturprodukte aufgezählt. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie von einem bestimmten oder von mehreren Nähr-, Wirk- oder Vitalstoffen eine sehr große Menge oder deutlich mehr als andere Nahrungsmittel enthalten. Superfood im Sinne von GRAZ ISST GRAZ leistet aber noch mehr: Es ist biologisch, regional, oft sogar naturbelassen und aus Wildwuchs stammend – und es kommt in heimischen Regionen in großen Mengen vor.

Heimisches Superfood sollte auf eurem Speiseplan jenem Superfood aus dem Ausland immer den Rang ablaufen, denn nur heimische Ware hält den ökologischen Fußabdruck klein. GRAZ ISST GRAZ darf als Motto auch dann gelten, wenn wir uns in höchstem Maß gesunder – manchmal sogar medizinisch wirksamer – Ernährung widmen. Importware aus dem Ausland wie Avocado und Co ist zwar nicht weniger gesund, aber lange Transportwege, Frischhalten etc. schaden unserer Umwelt. Wer sich außerdem die Vielfalt des heimischen Angebots ansieht, der erkennt rasch, dass Exportware eigentlich überflüssig ist. Die Veganerinnen und Veganer unter uns jubilieren angesichts der breiten Angebotspalette – aber auch Ottilie und Otto Fleischesser schätzen diese Energielieferanten sehr als Beilagen, würzige Zusätze, als Hauptgericht zwischendurch, als Knabberspaß, ergänzende Genüsse oder gar als Medizin. Mit Superfood, Vitaminen und Co kann man sich nicht überessen, Vitaminvergiftungen oder Ähnliches gibt es nicht. Somit gilt: Alle grünen Daumen hoch für diese gesündeste Form der Regionalität!

PastinakePastinake

Sie ist eine Rübe, sie ist spitz, weiß oder gelb und als erste Nahrungspflanze von Kleinkindern bekannt. Warum es die Pastinake so selten schafft, über den Hippgläschenrand hinauszublicken, ist uns von GRAZ ISST GRAZ ein Rätsel. Denn sie ist das, was sich eine besonders smarte Vertreterin des heimischen Superfoods nennt! Ihr Geschmack ist süßlich-nussig und ähnelt jenem von Karotte und Sellerie. Sie ist roh oder gekocht zu verzehren und sogar mit ihren Blättern, die als Suppengrün dienen, verwertbar. Sehr wenig Fett, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Folsäure, Vitamin A, B1, B2, B6, C und E sind es wert, nicht nur mit Plastiklöffeln verteilt zu werden!

  •  Oregano

Er wirkt gegen den Teufel und zur Hexenabwehr – so dachte man zumindest im Mittelalter. Oregano sollte das Gemüt wieder aufrichten und Kummer und böse Mächte vertreiben, daher kommt der Zusatzname Wohlgemut. Als Gewürz ist Oregano mindestens 400 Jahre in Verwendung. Galt er früher als Mittel gegen Epilepsie, ist er heute lediglich in griechischen, italienischen oder spanischen Gerichten zu finden, aber auch auf regionalen Snacks. In der Medizin findet er als Zusatzstoff in krampflösenden Tees und bei Erkrankungen der Atemwege Verwendung.

  • Petersilie

Die gesamte Petersilie ist praktisch ein schön verpacktes ätherisches Öl, angereichert mit verhältnismäßig viel Vitamin C. Sie wirkt sehr positiv auf die Nieren und fördert die Harnausscheidung. Bereits im Mittelalter war die Auswirkung auf die Gebärmutter bekannt – seither ranken sich die Märchen um Abtreibungen mittels Verabreichung von Petersilienöl. In Haushaltsmengen genossen, ist Petersilie ein würdiges Superfood.

  • LöwenzahnLöwenzahn

Bitterstoffe, eine sehr hohe Kaliumkonzentration und Inulin machen den Löwenzahn zu einem Superfood, das sich sogar positiv auf den von Prostata- oder Brustkrebs befallenen Organismus auswirkt. Auch bei Leberkarzinomen, Leukämiezellen und Bauchspeicheldrüsenkrebs wurde eindeutig belegt, dass Löwenzahn das Absterben der kranken Zellen beschleunigt. Die enthaltenen Bitterstoffe sind diesbezüglich hoch wirksam. Sie fördern die Verdauung, wirken harntreibend, regen den Appetit an, helfen bei Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl und Blähungen und beschleunigen den Gallenabfluss. Der Stängelsaft hilft außerdem bei der Bekämpfung von Warzen und Hühneraugen. Im Zweiten Weltkrieg fand Löwenzahn auch als Kautschukersatz Verwendung – heutzutage wächst er wild, unberührt und meist ungenutzt auf weiter Flur. Wir sollten seiner Superfoodwirkung vermehrt auf den (Löwen-)Zahn fühlen!

  • Ackersenf

Der unscheinbare Ackersenf, der auch Wilder Senf genannt wird, ist bescheiden und wächst auf Schuttplätzen, an Wegen, neben Unkraut und im Gebirge bis auf 1.000 Meter Höhe – dabei sind seine positiven Auswirkungen alles andere als bescheiden! Um Halt zu finden, wurzelt er bis zu einem Meter tief in der Erde, vor Pflanzenfressern und Pilzen schützt er sich durch stechend riechende, scharfe Senföle. Das sind auch jene Essenzen, die ihn zu einem regionalen Superfood machen. Seine natürlich veranlagten Inhaltsstoffe helfen bei Appetitlosigkeit, Verdauungs- und Stoffwechselschwächen, Halsweh, Bronchitis und Rheuma.

  • Meerrettich

Wasabi, Brokkoli und Kohl zählen zu seinen Verwandten, aber dennoch ist der Meerrettich mehr als nur ein Rettich! Er ist der Hulk unter den scharfen Gewürzen. In der österreichischen Küche wird er frisch, getrocknet und gekocht verwendet, wobei er umso schärfer ist, je frischer er eingesetzt wird. Besonders beliebt ist er im Apfelkren zum Tafelspitz. Was ihn aber eigentlich auszeichnet, ist seine antibiotische Wirkung und der Reichtum an gesunden Inhaltsstoffen: Vitamin C, Vitamin B1, B2 und B6, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Phosphor sowie Senfölstoffe und ätherische Öle sind die Zutaten für einen bleibenden Eindruck auf der Liste der Superfoods.

  • Topinambur

Die Namensgebung ist so vielfältig wie die Verwendung: Erdbirne, Rosserdapfel, Jerusalem-Artischocke, Erdtrüffel, Ewigkeitskartoffel, Indianerknolle, Schnaps- und Süßkartoffel bezeichnen alle den bzw. die Topinambur – denn er trägt sogar einen weiblichen und einen männlichen Titel. Ganz einig ist man sich hingegen bei den Vorzügen: Die inulinreichen Sprossknollen beherbergen zahlreiche Vitamine und kein Fett und eignen sich besonders gut zur Verarbeitung zu Suppe, Püree und Beilagen. Mit einem Wort: eine tolle Knolle!

RadicchioRadicchio

Hierbei handelt es sich um einen bestens integrierten Italiener mit zahlreichen Nachkommen in vielen Regionen der Erde. Kräftig dunkel gefärbt und angesiedelt zwischen Gemüse und Salat, ist der Radicchio ein smarter Kerl mit feinem, bitterem Geschmack, der sich längst in den heimischen Speisekarten von den Nischenplätzen in die VIP-Reihen vorgearbeitet hat.

Seine Inhaltsstoffe machen ihn zu einem Superfood, das im gesundheitsfördernden Sinne anregend wirkt. Roh verzehrt entfaltet er die beste Wirkung. Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Vitamin A, B1, B2, B6, C und E sind das Geheimrezept für bittere Gesellen, die dauerhaft heimisch werden wollen. Wer sie gezielt weichkocht, macht sie übrigens wohlschmeckender.

  • Kuba-Spinat

Portulak, Pastelein, Tellerkraut oder Kuba-Spinat – dieses regionale, biologische Superfood trägt mehrere Namen und in sich beeindruckende Stärken. Der Weitgereiste stammt ursprünglich aus den Berg- und Küstenregionen Nordamerikas, von wo aus er seinen Siegeszug in die Welt der Kulinarik antrat. Im Gepäck: stichfeste Argumente, ihn Wurzeln schlagen zu lassen. Vitamin C, Magnesium, Kalzium und Eisen sind für eine Salatpflanze nichts Ungewöhnliches, allerdings ist der Nitratgehalt deutlich niedriger als in anderen Salaten. Der Kuba-Spinat hat es verdient, ebenso bekannt zu werden wie sein herkunftsgleicher Auswandererfreund, der Cuba libre!

  • LeinsamenLeinsamen

Sie sind der Jackpot für eure Gesundheit! Als natürliches Abführmittel quellen die Leinsamenschalen im Magen auf und beschleunigen die Verdauung. Sie schützen vor Gastritis und sogar Brust- und Prostatakrebs und eignen sich zur kurartigen Anwendung. Wer sie verzehrt, sollte viel trinken, damit sie ihre optimale Wirkung entfalten. Sie werden auch zu hochwertigem Leinöl gepresst, das Suppen, Salate und Hauptspeisen mit zarter Geschmacksnote verzaubert – eine Zutat, der man gerne auf den Leim, äh: Leinsamen geht!

  • Vogerlsalat

Wenn es auf dem Teller und im Magen jubiliert, ist der Vogerlsalat nicht weit. Seinen Namen trägt er allerdings aus nicht ganz zu erschließenden Gründen. Auch die weitere Bezeichnung als Rapunzel ist nicht schlüssig. Fakt ist, dass es sich beim Vogerlsalat nach der Petersilie um den zweitbesten Eisenspender unter den Gemüsen und Salaten handelt. Das auf ätherischen Ölen beruhende einzigartige Aroma ist unverkennbar und weit über die Landesgrenzen hinaus beliebt. Das Glück ist ein Vogerlsalat!

  • Sonnenblumenkerne

Nur Vogelfutter? Weit gefehlt! Sonnenblumenkerne sind Kraftwerke, die den Organismus auf Schiene bringen und die bereits 2500 vor Christus angebaut wurden. Mit dieser Kraft im Inneren fällt man schnell wieder auf die Sonnen(blumen)seite im Leben. In nur 100 Gramm der knackigen Kerne steckt mehr Eiweiß als in Fleisch. Sonnenblumenöl ist ein besonderes regionales und biologisches Gut, das unsere Salate geschmacklich vergoldet und die Sonne im Esszimmer aufgehen lässt.

SonnenhutSonnenhut

Um bei der Sonne zu bleiben: Gut behütet tut sie uns auch in größeren Mengen gut. Der gesündeste Sonnenhut, besser bekannt als Echinacea, ist höchst förderlich für unser Immunsystem! Bereits die Indianer nutzten ihn als Heilpflanze gegen Husten, Halsweh und Mandelentzündungen. Er hilft außerdem bei Atemwegserkrankungen, Harnwegsinfekten, Erkältungen und schlecht heilenden Wunden. Wir ziehen den Hut vor ihm.

  • Sauerampfer

Unberührte Wiesen beherbergen diese robuste Pflanze, die bis zu einem Meter hoch wachsen kann. Kühe meiden ihn, aber wir sollten ihn hegen und pflegen, damit er uns sprichwörtlich hegt und pflegt, denn er enthält sehr viel Vitamin C. Wer ihn roh und in rauen Mengen verspeist, der läuft Gefahr, eine Vergiftung zu bekommen. In Ägypten, Griechenland und Rom wurde er dazu eingesetzt, fette Speisen zu neutralisieren – heute weiß man, dass er Sehkraft, Herz und Nieren anregt.

  • Borretsch

Er kam aus dem Mittelmeerraum und beschloss zu bleiben. Denn seine Fanschar machte ihm den neuen Boden schmackhaft, sodass er Wurzeln schlagen konnte. Der Borretsch ist in sehr großen Mengen aufgrund der toxischen Wirkung für die Leber nicht ungefährlich, aber seine Schleim- und Gerbstoffe, Harz, Kieselsäure, Fettsäuren, ätherische Öle und der hohe Vitamin-C-Gehalt sind überzeugende Argumente, in die Familie der Superfoods aufgenommen zu werden.

  • Karfiol

Er ist eine der gesündesten Gemüsesorten schlechthin. Ursprünglich aus Kleinasien stammend, wurde er bereits im 16. Jahrhundert überall in Europa angebaut. Man aß Karfiol roh oder gekocht und schätzt ihn auch heute überall aufgrund seines milden Geschmacks, der leichten Verdaulichkeit und des hohen Gehalts an Vitamin C und Mineralstoffen. Er hat sehr wenig Kalorien und ist daher auch als gesunde Fastenspeise sehr beliebt.

  • ThymianThymian

Er ist weit mehr als nur ein Gewürz in mediterranen Gerichten. Thymian hat einige Asse im Ärmel, wenn man ihn näher betrachtet. Aromatische ätherische Öle machen auf den immergrünen Zwergstrauch bei geübter Nase aufmerksam, feine Härchen auf den Blättern machen ihn unverwechselbar. Seine heilsame Wirkung setzt auf verschiedene Arten im Körper an, wodurch sich seine Wirksamkeit potenziert. Er hilft gegen Erkältungen, Husten, Asthma und bei Bronchitis, er tötet Keime ab, stärkt das Immunsystem ganzheitlich, stärkt angeschlagene Atemwege, bekämpft Akne, Mandel- und Blasenentzündungen sowie Mundgeruch, wirkt positiv auf das Gewebe, bei Verdauungs- und Menstruationsbeschwerden, bei Mandel-, Mundschleimhaut- und Zahnfleischentzündungen und setzt überall dort im Körper an, wo Bedarf besteht. Ein wahrer Superman unter den Superfoods!

  • Salbei

Auch Salbei ist ein Wunderkraut, das durch eine Kombination aus Aromen, Ölen, Gerb- und Bitterstoffen besondere Wirkung entfaltet. In der traditionellen chinesischen Medizin ist Salbei fix verankert. Die Blätter wirken verdauungsfördernd, verleihen Speisen einen intensiven Geschmack und werden außerdem zu Parfums und Haarshampoos verarbeitet. Salbeitee wird universell eingesetzt, etwa bei Zahnfleischproblemen und sogar zur Vertreibung von Insekten.

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